Beim Fotografieren an belebten Orten steht im Hintergrund oft jemand oder etwas, das die gesamte Aufnahme stört. Ein vorbeigehender Mensch, ein abgestelltes Fahrrad oder ein anderes störendes Element rückt genau dorthin, wo eigentlich das Motiv im Mittelpunkt stehen soll. Der erste Impuls ist oft, trotzdem sofort abzudrücken.
Ein kurzer Moment Geduld verändert jedoch häufig das gesamte Bild. Viele störende Elemente im Hintergrund bewegen sich innerhalb weniger Sekunden von selbst weiter, ohne dass man selbst etwas tun muss. Wer kurz wartet, bekommt oft eine deutlich ruhigere und klarere Aufnahme.
Geduld statt späterer Korrektur
Diese kleine Pause vor dem Auslösen erspart später viel Mühe. Statt ein Bild im Nachhinein mühsam zu bearbeiten, um ein störendes Element zu entfernen, reicht es oft, einfach ein paar Sekunden länger zu warten, bis der Hintergrund von selbst frei wird.
Besonders an belebten Plätzen oder bei bekannten Ausflugszielen lohnt sich diese Geduld. Der Moment mit dem freien Hintergrund kommt fast immer, man muss ihn nur abwarten, statt beim ersten Versuch sofort aufzugeben.
Bei größeren Veranstaltungen mit vielen Menschen kann diese kurze Geduld manchmal etwas länger dauern als erwartet, was aber selten wirklich stört. Meistens reicht es, sich in der Zwischenzeit dem eigentlichen Motiv zuzuwenden und die Umgebung im Augenwinkel im Blick zu behalten, bis der störende Bereich frei wird. Wer die Wartezeit nicht als verlorene Zeit sieht, sondern als Teil des Fotografierens, empfindet sie meist als deutlich angenehmer. Am Ende steht ohnehin fast immer ein besseres Bild, als wenn man vorschnell auf den ersten Moment gedrückt hätte. Wer sich diese Gelassenheit einmal angewöhnt hat, fotografiert insgesamt entspannter und zufriedener.
Mit etwas Übung wird das Warten auf den richtigen Augenblick zur Gewohnheit. Am Ende steht ein Foto, das ruhiger und aufgeräumter wirkt, ganz ohne zusätzlichen Aufwand nach dem Fotografieren.